Filme zum Weiterdenken

2011 zeigten wir erstmals mehrere unserer Kurzfilme beim Austrian Film Festival. In der Zusammenschau merkten wir, dass wir durchwegs nur schwierige, persönliche, sozialpolitische und wiederkehrende Themen unserer Gesellschaft bearbeitet hatten.
Gemeinsam mit der Education Group Oberösterreich werden daraus jetzt
die "FIILME zum WEITERDENKEN".

Denn Kurzfilme eignen sich besonders gut ein Thema zu öffnen, Impulse zu setzen oder Gedanken "anzuschubsen". Nachhaltigkeit, Migration, Schwangerschaft, Gewalt in unterschiedlichen Aspekten... Wir werden täglich mit schwierigen Situationen, Aussagen oder Begebenheiten konfrontiert, haben aber selten die Möglichkeit der Analyse, Auf- und Verarbeitung.
In unseren Kurzfilmen setzen wir uns mit Themen unserer Gesellschaft auseinander und bieten zu verschiedensten Kontexten, Zeiten und Mindsettings Weiterdenk-Möglichkeiten.

Die Filme sind in englischer und deutscher Sprache, von unterschiedlichen Autoren, aus unterschiedlichen Herangehensweisen und mit variirenden Zeit- und Finanzbudgets produziert.
Wichtig bei allen gemeinsamen Projekten war aber, die Auseinandersetzung mit einem konkreten Thema - aber mit Offenheit in Handlung, Zeitsetting und Interprätationsintention.

Tolle Teams mit Profis vor und hinter der Kamera, die sich gemeinsam unentgeltlich engagieren!

 

 "First Sight" - Arbeitstitel: Mondblume

First-Sight 1“Nicht die Schätze sind es, die ein so unaussprechliches Verlangen in mir geweckt haben”, sagte er zu sich selbst; “fernab liegt mir alle Habsucht: aber die blaue Blume sehn´ ich mich zu erblicken. Sie liegt mir unaufhörlich im Sinn, und ich kann nichts anders dichten und denken. So ist mir noch nie zumute gewesen: es ist, als hätt´ ich vorhin geträumt oder ich wäre in eine andere Welt hinübergeschlummert; denn in der Welt, in der ich sonst lebte, wer hätte da sich um Blumen bekümmert, und gar von einer so seltsamen Leidenschaft für eine Blume hab´ ich damals nie gehört … “

Aus “Heinrich von Ofterdingen”, Romanfragment (1798-1801) von Novalis zitiert nach: Die blaue Blume. Kesten, Hermann (Hg.): Die schönsten romantischen Erzählungen der Weltliteratur 1. Köln 1977, S. 15.

 

A 2011, R: Juliana Neuhuber, B: Andreas Reisenbauer, K: David Auner, M: Manfred Plessl, S: Thomas Rath, D: Giovanni Jussi, Maria Spanring, Sophia Grabner, 2.56 Min.

 

Filminhalt (ganz nach unten scrollen für Drehbuchdownload):

Im Jahr 2073 soll zwei Raumfahrern der Prozess wegen Meuterei gemacht werden. Aufgrund großer Proteste sind zu diesem Prozess neben den Roboterrichtern auch menschliche zugelassen. Der Film zeigt, wie es zu dieser noch ausstehenden Verhandlung kam. Captain Frank Dinard und Doktor Daniella Rinter erhalten von ihren Kommandanten den Befehl die gefundene, lebende Blume auszureißen, damit diese auf die verödete Erde gebracht wird, um die Menschheit zu retten. Trotz mehrmaliger Aufforderungen weigern sie sich, die Pflanze mitzunehmen.

Raumanzug-Facts:

  • Wir sind alle ein bisschen verliebt in unsere orangen Anzüge!
  • Raumanzüge sind unbequem und die Helme wirklich luftdicht
  • bei der "60 Jahre Juri Gagarin Night" wurden sie von Gerhard Thiele (ESA) für echtbefunden und signiert
  • im Kinofilm "Zweisitzrakete" trägt sie auch Manuel Rubey
  • und Niki Lauda war auch schon drinnen
  • Die Nummern der Mugshots im Film entsprechen den Serienummern der beiden Helme

  • firstsight-123
  • firstsight-66
  • firstsight-92

 

"Grenzwache" - Arbeitstitel: Der Tod passiert eben

Die Idee und Grossteile des Filmmaterials von Grenzwache und Puppenspiel entstanden am selben Wochenende, da wir die Kamera "Red One" doch 2 Tage länger zum Testen hatten als geplant.

 

A 2013, R: Juliana Neuhuber, Markus Weilguny, B: Juliana Neuhuber, Andreas Reisenbauer, K: Markus Weilguny, Thomas Weilguny, M: Sam Kyle S: Juliana Neuhuber, Markus Weilguny, D: Sophia Grabner, Anton Trauner, Peter Gulan, 4.15 Min.

 

Filminhalt:

Eine Grenzwachebeamtin und ihr Kollege befinden sich im Einsatz an einer österreichischen Grenze. Das Warten scheint endlos. Während der Soldat die Umgebung beobachtet, schläft seine Kollegin an einen Baum gelehnt ein. Plötzlich wird die Gegend unter Beschuss genommen und die beiden befinden sich mitten in Kampfhandlungen. Hat sich das Warten nun endlich gelohnt?

Grenzwache 4Spannend war die gemeinsame Arbeit von PyrotechnikerInnen und SchauspielerInnen, alle waren in den Entstehungsprozess des Films eingebunden. Wir bauten gemeinsam die Pyro- und Sprengtechnischen Effekte, lernten die Sicherheitsvorschriften (anzuwenden) und gleichzeitig alles für eine Szene aufzubereiten.
Danke an unsere liebste Sprengschule, Gernot Peroutka, Oliver Kurz und Peter Danzmayr!

Facts:

  • Nur 2 Shots wurden nachträglich digital bearbeitet
  • Nur 1 Shot brauchte Compositing
  • es waren mehr PyrotechnikerInnen als SchauspielerInnen am Set
  • am hübschesten waren die Mehl- und Zementexplosionen
  • am leichtesten gehen Lykowerfer und Rindenmulchexplosionen
  • Sophia Grabner stellte sich wirklich in den Feuerball!

  • Grenzwache_1
  • Grenzwache_2
  • Grenzwache_3

 

"Puppenspiel" - Arbeitstitel: Der Puppenspieler

Puppenspiel 3

Der Film ist ein surrealer Ausflug in das Gehirn eines Menschen, der Lust und Freude daran verspürt die Freiheit anderer zu kontrollieren.

Der Puppenspieler erschafft Kreaturen, die er versucht, auf totalitäre Weise zu dominieren, sie zum Leben zu erwecken, ihnen aber auch nach Belieben dieses Leben wieder wegzunehmen. Was passiert, wenn sich diese armseligen Geschöpfe gegen ihren Meister erheben?

 

A 2010, R: Juliana Neuhuber, B: Juliana Neuhuber, Peter Gulan, Markus Weilguny

K: Stefan Pfeiffer, Daniel Wagner, Markus Weilguny, Thomas Weilguny, Christoph Wisser, S: Holger Faby, Markus Weilguny, M: Maria Salamon, D: Peter Gulan, Sophia Grabner, Alina Helal, P: Traum & Wahnisnn, 10 Min.

Auch hier wurde gemeinsam mit den SchauspielerInnen vor Ort die Geschichte improvisiert, nur gewisse Handlungspunkte und Elemente, wie das Teetrinken, das Glöckchen oder das Ende mit den FechterInnen der Fechtschule Klingenspiel waren vorgegeben.

Die Challange war ausserdem Drehorte, Kostüme und SchauspielerInnen in äusserst kurzer Zeit auf die Beine zu stellen.

Facts:

  • in unter 36 Stunden von der Idee bis zum Drehschluss
  • Mittelalter war zu einfach, daher Rokoko/Barock
  • es wurde teilweise 4 Kameras koordiniert
  • Die Uni Wien erteilte die Drehgenehmigung unter der Bedingung: dass sich niemand nackt auszieht oder den Rektor beschimpft
  • Die einzige Fahrt wurde auf einem zufällig anwesenden Skateboard gedreht
  • Die Musik/Geräusche entstanden auf einer Geige und einer E-Geige

  • Puppenspiel_1
  • Puppenspiel_2
  • Puppenspiel_4

 

"Im Westen nix Neues" - Arbeitstitel: Die Sprengpolen

Dieser Kurzfilm sollte der Beginn eines sehr produktiven Jahres werden. Die Idee wurde von Daniel Wagner-Schönfeld beim ersten und einzigen "Kreativbrunch" entwickelt und promt und wiederum in weniger als 2 Wochen in die Realität umgesetzt. Technisch am unaufdringlichsten anspruchsvoll birgt er trotzdem einen Trickshot, Digitales Make-up und einige Montagen, die Orte in Wien und Linz verbinden.

A 2013, R: Juliana Neuhuber, K: Daniel Auner, Thomas Weilguny, S: Juliana Neuhuber, T: Andreas Lackinger, D: Peter Gulan, Daniel Wagner-Schönfeld, P: Traum & Wahnisnn, 7 Min.

 

Filminhalt:

Der Westen – seit mehr als 20 Jahren rückte er immer weiter nach Osten, aber einladend ist es noch immer nicht bei uns, besonders für Leute aus den ehemaligen Ländern des Warschauer Pakts. Wenn also zwei Brüder aus dem Osten im Westen ihr Glück suchen, dann am besten im östlichen Teil des Westens, also beispielsweise in Wien, weil dort der Kulturschock vielleicht nicht so erheblich ist…

Facts:

  • es kostete Joe eine Woche und viele, viele Anrufe, bis man annahm, dass wir eh schon die Berechtigungen zum Kauf der Uniformen hätten. Bekamen sie dann ganz legal bei den offiziellen Polizeiausstattern, die aber erstmal gefunden werden wollen.
  • Es wird im Film tschechisch gesprochen.
  • Wir haben gelernt, dass der Paragraph 83A für FilmemacherInnen sehr wichtig ist.
  • Radio Rote Welle wurde reaktiviert und bekam seinen Jingle.
  • "7, ist normal" erhielt den "Geflügelten-Wort" Status.

  • Im Westen_1
  • Im Westen_2
  • Im Westen_3

 

Aus dieser Reihe gibts auch noch das "Gewaltkleeblatt", vier Kurzfilme, die sich mit dem Thema Gewalt in verschiedenen Aspekten, durch unterschiedliche Zeiten, Umfelder und Schwerpunkte auseinandersetzen und die ersten Projekte von  "Short|Shakespeare".

 

Die Inhaltsangaben der "Filme zum Weiterdenken" werden
nach Paul Weixelbaumer und Markus Vorauer zitiert.

 

 

Attachments:
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